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Verbesserung der Stabilität des Drehrohrofens durch präzise Verbrennungssteuerung

Prozessfaktoren, Herausforderungen bei der Messung und Steuerungsanforderungen für einen stabilen Betrieb des Drehrohrofens.

Drehrohrofen in einem Zementwerk mit Abgasschornstein
Außenansicht eines großen Drehrohrofens in einem Zementwerk beim Eintritt in ein Gebäude ©Adobe Stock/nordroden
Einführung

Die Stabilität des Drehrohrofens in der Klinkerherstellung sichern – es steht viel auf dem Spiel

Pyroprozesse bilden das Herzstück der Klinkerherstellung. Ein Drehrohrofen ist eine große, leicht geneigte, sich langsam drehende, zylindrische Ofenanlage, in der Rohmaterialien bei hohen Temperaturen in einem kontinuierlichen Prozess erhitzt und umgewandelt werden.

Der Drehofen macht üblicherweise 60 bis 70 % der gesamten von einem Zementwerk eingesetzten thermischen Energie aus und ist die produktionskritischste Anlage in der Linie. Die Gastemperaturen in der Flammenzone können 1 900 °C erreichen, und der Klinker verlässt die Brennzone mit einer Temperatur von ca. 1 450 °C. Messgeräte in diesem Bereich müssen Staubbelastungen von mehreren hundert Gramm pro Kubikmeter und chemisch aggressiven Gasen standhalten, die SO₂, HCl und Alkaliverbindung enthalten. Zentrale Anforderungen unter diesen Bedingungen sind die Verfügbarkeit und Robustheit der Messungen sowie Wartungsfähigkeit.

Ein stabiler Betrieb ist unerlässlich für Energieeffizienz, gleichbleibend hohe Klinkerqualität und eine vorhersagbare Wartungsplanung. Bereits kleine Schwankungen bei Verbrennung, Luftzug oder Rohmehlgemisch können zu Verschiebungen im Prozess führen und dadurch die thermischen und mechanischen Belastungen im Drehofen erhöhen.

Auf dieser Seite werden die Faktoren erläutert, die das Ofenverhalten beeinflussen. Außerdem werden die auf die Messgeräte einwirkenden Belastungen dargestellt sowie die messtechnischen Erwägungen für einen zuverlässigen Betrieb in den rauen Umgebungen der Drehöfen.

Schlüsselfaktoren

60-70 %

der gesamten thermischen Energie der Anlage wird vom Drehofen verbraucht

Prozessdiagramm des Drehrohrofens ©Endress+Hauser
Prozessdiagramm des Drehrohrofens

Brennofen

Überblick über den Prozess

Drehrohrofen-Prozess in der Klinkerherstellung

Der Drehrohrofen verbindet den Vorwärmer mit dem Kühler in einem kontinuierlichen thermischen Prozess. Das Rohmehl tritt am Einlauf in den Ofen ein, wird in der Brennzone erhitzt und gesintert und verlässt den Ofen als Klinker, während die heißen Gase im Gegenstrom zum Vorwärmer geleitet werden.

Eine effiziente Nutzung der Wärmeenergie und die Vermeidung von systemweiten Störungen erfordern eine zielgerichtete Optimierung von Vorwärmer und Zyklon, um Verstopfungen zu verringern und Wärmeverluste zu minimieren. Verbrennung, Luftzug und Materialstrom bleiben eng miteinander gekoppelt, sodass sich Störungen in einem Teil des Systems rasch über die gesamte Prozessanlage ausbreiten.

Das Innere eines Drehrohrofens mit sichtbarer Brennerflamme zur Veranschaulichung von Verbrennungssteuerung und Prozessstabilität ©Adobe Stock/Drpixel

Herausforderungen bei Messungen in rauen Ofenumgebungen

Ohne zuverlässige Prozessmessungen verlieren fortschrittliche Steuerungsstrategien ihre Fähigkeit, Störungen im Prozess vorherzusehen und zu kompensieren. Die Anlage ist dann gezwungen, sich stärker auf reagierende Steuerungsmaßnahmen und konservativ gewählte Betriebsgrenzwerte zu verlassen. Die Aufrechterhaltung genauer Messungen unter extremen Bedingungen wird schwierig, insbesondere bei einem Betrieb über längere Zeit.

Messgeräte müssen Verschmutzung, Abrieb, Temperaturspitzen und Angriffen durch Chemikalien standhalten und trotzdem weiterhin stabile Signale für die Verbrennungssteuerung und Ofenstabilität liefern.

Wenn sich die Messqualität verschlechtert, nimmt die Signalverfügbarkeit deutlich ab, der Wartungsaufwand steigt und die Betriebslebensdauer verkürzt sich. Dieser Verlust an Zuverlässigkeit schwächt die Regelkreise, die von diesen Messungen abhängig sind.

Typische Belastungsfaktoren sind unter anderem:

  • Hohe Staubbelastung: Gasströme in der Umgebung von Drehofen und Vorwärmer führen dichte Partikelkonzentrationen mit sich, die schnell Optiken verschmutzen, Probenahmeleitungen verstopfen und die Drift der ihnen ausgesetzten Sensoren beschleunigen. Im Lauf der Zeit verringert dies die Signalqualität und erhöht den erforderlichen Aufwand, um die Messungen stabil zu halten.
  • Partikelgeschwindigkeit und abrasiver Verschleiß: Staub, der sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt, und Klinker-Feinteile wirken auf Sonden, Optiken und Gehäuse wie ein ständiges Sandstrahlen. Mechanische Erosion verringert die Integrität der Sensoren, schwächt Schutzbeschichtungen und erhöht Ausfallraten in Bereichen wie Ofenhaube, Steigkanal und Austrittsöffnungen des Vorwärmers.
  • Extreme Temperaturen: Die Gastemperaturen in der Nähe der Flamme können 1 900 °C erreichen, und der Klinker verlässt die Brennzone bei ca. 1 450 °C. Selbst in einiger Entfernung installierte Messgeräte sind Strahlungswärme und Temperaturwechseln ausgesetzt, die zu Drift, vorzeitiger Alterung oder einem vollständigen Ausbrennen von Sensorelementen und Elektronik führen können.
  • Kreisläufe flüchtiger Stoffe (S, Cl, Alkaliverbindungen): Schwefel, Chlor und Alkaliverbindungen bilden Kreisläufe und zirkulieren zwischen Drehofen, Steigkanal und Vorwärmer. Diese Verbindungen kondensieren und verdampfen wiederholt, dabei bilden sie klebrige Ablagerungen, die auf Sensoroberflächen anhaften und die Signalübertragung behindern. Sie tragen auch zu Korrosion, Schädigung von Sensoren und Messinstabilität bei, insbesondere in Gasanalysesystemen.
Drehrohrofen in einem Zementwerk, Anlage zur Klinkerherstellung mit unterstützender Ausrüstung ©Adobe Stock/Mr.B-king
Wichtige Messtellen

Kritische Messungen für die Ofeneffizienz

Ein stabiler Ofenbetrieb hängt davon ab, dass einige zentrale Variablen trotz Wärme, Staub und mechanischer Belastung weiterhin gemessen werden können. Die folgenden Punkte stellen kurz die kritischen Messungen dar, die einen frühzeitigen Einblick in Verbrennungsleistung, Wärmebilanz und Materialströme im Zusammenhang mit dem Drehofen bieten:

  • Temperatur: Brennzonen-, Hauben- und Sekundärlufttemperatur (geben Hinweise auf Stabilität der Flamme, Wärmelast und Sinterverhalten des Klinkers)
  • Druck: Druck in der Ofenhaube und Differenzdruck Luftzug/Saugzuggebläse (Primärindikatoren für Verbrennungsbedingungen, Luftleckagen und konstanten Gasdurchfluss)
  • Durchfluss: Sekundär-/Tertiärluft- und Brennstoffzufuhr-Durchfluss (steuert von Mischung, Ausbrenneffizienz und Wärmebilanz)
  • Füllstand/Ansatz: Berührungslose Erkennung von Füllstand oder Blockierungen am Drehofeneinlauf oder an Zuführungspunkten (radiometrische oder Mikrowellenmessung für raue Umgebungen; verhindert Unterbrechungen in der Zuführung und Verstopfungen am Einlauf)
  • Gasanalyse: Verbrennungsindikatoren wie O₂/CO/NO/SO₂ (gemessen am Drehofeneinlauf oder an stromabwärts liegenden Stellen, um die Verbrennungsqualität und Kreislaufeffekte flüchtiger Stoffe zu bewerten)
Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Prozessstabilität von Drehrohröfen

Die folgenden Fragen erklären, wie Prozessabweichungen, Steuerungsstrategien und Messzuverlässigkeit die Stabilität des Drehrohrofens und die Leistungsfähigkeit der Klinkerherstellung beeinflussen. Die zeigen die wichtigsten Faktoren auf, die das Verbrennungsverhalten, die Energieeffizienz und insgesamt die Prozesssteuerung in Zementwerken prägen.

Endnoten