Dichtemessung in der REA
Rauchgas
Prozess
Prinzipschaubild einer Rauchgasentschweflungsanlage
Die Maßnahmen zur Luftreinhaltung umfassen bei konventionellen Kraftwerken hauptsächlich die Rauchgasreinigung. Aufgabe der Rauchgasreinigung ist es, die staub- und gasförmigen Rückstände aus
den Rauchgasen zu entfernen. Unter den vielen Verfahren zur Rauchgasentschwefelung hat sich bisher bei großen Kraftwerksblöcken das Nassverfahren mit Hilfe einer Kalkwäsche durchgesetzt. Funktion: Die in einem Elektrofilter entstaubten Rauchgase, mit etwa 130°C Abgastemperatur, wärmen in einem Vorwärmer das in der Entschwefelungsanlage auf etwa 50°C abgekühlte Reingas wieder auf. Das Rohgas gelangt danach in den Absorber oder Wäscher. Hier wird das Rauchgas im Gegenstrom weiter abgekühlt, wasserdampfgesättigt und mit Kalkmilch besprüht.
Das SO2 aus den Rauchgasen verwandelt sich zu Calciumsulfit, das in den Absorbersumpf absinkt. Dort erfolgt durch Zugabe von Luft über das Oxidationsluftgebläse die Umwandlung von Calciumsulfit in Calciumsulfat (Gips). Diese Gipssuspension wird zum Teil mittels Umwälzpumpe im Absorber umgewälzt und die überschüssige Menge abgepumpt. Eindicker und Zentrifuge dienen zur Entwässerung der abgepumpten Gipssuspension und zur Aufbereitung als verkaufsfähigen Reingips. Die mit dem entschwefelten Rauchgas mitgeführten Flüssigkeitsteilchen werden am Absorberaustritt durch den Tropfenabscheider entfernt.
Im Absorberkreislauf installierte radiometrische Messung
Häufig eingesetztes Messverfahren zur Dichtemessung der Gipssuspension in der Rauchgasentschwefelungsanlage sind radiometrische Messungen und das bedeutet:
- Es kann nur die Dichte des Mediums erfasst werden.
- Zur Erfassung des Durchflusses muss immer noch ein zweites Messsystem installiert werden.
- Für eine installierte radiometrische Messung muss immer geschultes Personal (Strahlenschutzbeauftragter) im Betrieb sein.
Dichte und Durchflussmessung der Gipssuspension in der Rauchgasentschwefelung
mit Proline "Promass F"
Messtechnik
Durch die multivariable Sensorik (Dichte und Durchfluss mit einem Sensor) findet der Proline Promass F als kontinuierliche Durchfluss- (direkte Massemessung und Dichtemessung immer mehr seinen Einsatz zur Messung der Gipssuspension in der Rauchgasentschwefelungsanlage. Der Promass F arbeitet nach dem Coriolis-Messprinzip. Wird eine in Bewegung befindliche Masse einer Schwingung quer zur Bewegungsrichtung ausgesetzt, so treten (abhängig vom Massestrom) Corioliskräfte auf. Bei diesem Messprinzip werden die Messrohre dazu in Schwingung versetzt. Fließt ein Medium (=Masse) durch diese schwingenden Messrohre, so entstehen Corioliskräfte. Die dadurch veränderte Rohrschwingungsgeometrie wird mittels Sensoren ein- und auslaufseitig als Phasendifferenz erfasst und vom Messsystem ausgewertet.Alles in Einem - multivariables Messen
Aus den primären Messgrößen Massefluss, Dichte und Temperatur lassen sich weitere Größen wie Volumendurchfluss, Feststoff- oder Konzentrationsanteile berechnen und komplexe Dichtefunktionen darstellen.
Eigenschaften des Promass F
Messung von Durchfluss und Dichte mit dem Promass F
- Messung von Durchfluss und Dichte mit einem Gerät möglich
(zwei Signal-Ausgänge) - Einsatz in aggressiven und abrasiven Medien wie Gipssuspension
- Höchste Genauigkeit bis 0.0005g/cm3, um eine optimale Fahrweise der Rauchgasentschwefelung zu gewährleisten.
- Messprinzip unabhängig von den physikalischen Messstoffeigenschaften
- Unabhängig vom Strömungsprofil
- Keine Ein- und Auslaufstrecken notwendig
